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Meine Erlebnisse im Praxissemester
 

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Die Freundlichkeit

Vielleicht ist es ab und an schon durchgeschienen, dass ich mit einem der Lehrer gewisse Probleme habe... Ich denke, dass ich sehr viel von ihm lernen kann, deswegen will ich mich auch wirklich drauf einlassen.

Aber wenn ich jede Woche hören darf, dass ich nicht so freundlich sein soll, oder Strafarbeiten vergeben soll für Sachen die mich nicht wirklich stören... Dann weiß ich wirklich nicht, wie ich da noch umgehen soll.

Gleichzeitig mag ich die Klasse wirklich und denke, dass sie auch Freude am Unterricht haben.

Mal schauen wie es nächste Woche wird...

Ansonsten hatte ich heute die zweifelhafte Freude im Computerraum der LehrerInnen neben einem sehr aufgeregten Lehrer zu sitzen, der pausenlos vor sich hingeflucht hat, weil sein Notenprogramm nicht so wollte wie er. So Flüche und Aufregung helfen ja auch wunderbar weiter.

Das ist auch der gleiche Lehrer, der es schafft sich über einen zusammengeschobenen Tisch auszubreiten, der für 8 Leute vorgesehen ist. (Habe ich schon erwähnt, dass das Lehrerzimmer klein ist? :D ) Ach ja, und Tassen so lange stehen zu lassen, bis sie Schimmeln. Ich wollte ja wirklich nicht anfangen Tassen wegzuräumen, aber da habe ich dann doch zu viel Ekel verspürt.

 

1 Kommentar 10.11.10 18:36, kommentieren

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Nach den Ferien

So, endlich mal ohne Schniefnase und Husten, ging es wieder in die Schule. Ich habe jetzt meine letzte Stunde in der 6. Klasse gehalten und bin gespannt wie dann die neuen Klassen so sind.

Diese Woche und auch nächste werde ich in manchen alten Klassen noch Sachen zu Ende bringen, aber dann geht es wieder ans (vergebliche) Namen lernen.

Nächste Woche will die Mentorin mit den beiden anderen Praktikantinnen mal in meinen Unterricht reingucken. Wenn 4 Leute hinten sitzen ist das doch nochmal was anderes, als wenn eine Lehrperson das tut...

9.11.10 16:56, kommentieren

Die bewegte Schule

Heute war in der 6. Klasse die Vorrunde des Vorlesewettbewerbs. Das heißt viiiiel zuhören und wenig selber machen.

Ich hatte die Lehrerin vorher gefragt, ob ich als kleine Pause ein bisschen Bewegungskram machen kann und sie meinte ja- bewegte Schule!

Nun, ich stand noch nie vor einer Klasse und habe rumgehampelt und sie dazu bringen wollen das gleiche zu tun- aber es hat wunderbar geklappt. Ein großes Danke geht an die liebe Freundin bei der ich das gelernt habe und die ich nochmal fragen konnte. :-)

Wir haben zwischen den ganzen Buchvorstellungen also ein bisschen gestreckt, geschüttelt und gestampft. 

Bevor es allerdings überhaupt zu den Auftritten kam, gab es ein kleines Durcheinander. Es stand nicht 100% fest wie viele vorlesen würden, deswegen konnten wir nicht vorher genau einteilen wer wen beurteilt. Jeder aus der Klasse sollte mit einem Bewertungsbogen zwei Leute einschätzen. Nunja, das war jedenfalls eine gute Übung in klare Sätze formulieren. ;-)

Eine andere Praktikantin hat heute zugeguckt, weil sie nach den Ferien in die Klasse gehen wird. Und sie meinte, dass sie es bewundert wie ruhig ich war, als es so ein Durcheinander gab. Lustg, dass man von der eigenen Ruhe wenig merkt. ;-)

Wobei ich nicht über die Kinder ärgerlich war, sondern schon darüber, dass ich das einfach nicht klarer formulieren konnte. Aber bei der dritten Frage die eigentlich den gleichen Inhalt hatte wie die vorher, habe ich doch angefangen ein bisschen zu zweifeln. Zum Glück kam da die Lehrerin dazu. Sie hatte vorher noch 4 Leute versorgen müssen, die eine Klausur nachschrieben.

Am Ende also alles gut...

Und jetzt Ferien- nicht mehr um halb 6 aufstehen! Allerdings wird wieder vor unserem Haus gebaut, also ist zumindest festgelegt, dass ich nicht den ganzen Morgen verschlafen werde. Es gibt ja auch noch sowas wie eine Hausarbeit zu schreiben. *hust*

Ach ja, und in dem Unterricht danach bin ich ernsthaft fast eingeschlafen. Eigentlich bin ich momentan nicht mehr so richtig müde, obwohl ich so früh aufstehe. Aber der Unterricht war so leer und gleichzeitig so aggresiv. Es ist eine Schülerin in der Gruppe die etwas speziell ist. Ich verstehe nicht genau was ihr Problem ist, aber sie hat bei ihrem Kurzvortrag sehr bissige Bemerkungen in Richtung Rest der Gruppe gemacht. Auch sonst im Unterricht gibt es seltsame Bemerkungen von ihr, Interpretationen die sehr düster sind und Verschwörungstheorien. Ich glaube nicht, dass sie sehr glücklich ist. Problematisch ist, wenn das dann so ausgestrahlt wird. Das gibt mir doch zu denken, ob ich da nach den Ferien, da unterrichte ich die Gruppe das erste Mal, gut mit umgehen kann. Es ist auch das erste Mal, dass ich in eine 12. Klasse, (verzeihung Js1. Oder so...) traue.

Aber das wird sich wohl alles zeigen.

 

29.10.10 21:28, kommentieren

Die großen Unterschiede

Mir ist jetzt keine sinnigere Überschrift eingefallen- worum es mir geht: Wahnsinn wie unterschiedlich die Qualität meines Unterrichts ist! Abhängig ist das zum einen vom Lehrer/der Lehrerin und zum anderen vom Fach.

 Am Besten klappt es momentan in der 6. Klasse in Deutsch. Und die sind alle so lieb und klug und toll! Schade, dass ich mich so doof mit den Namen anstelle. :/

Jedenfalls, in dieser Klasse passt es einfach. Mit der Lehrerin spreche ich die Sachen auch mal über das Telefon ab. Ich rechne es ihr sehr hoch an, dass sie da ihre Abendzeit noch opfert- aber es ist auch wirklich viel angenehmer als das in irgendeiner Pause kurz dem Lehrer vorzustellen und dann eine schnelle Rückmeldung zu bekommen.

Mit einem anderen Lehrer habe ich einen festen Zeitpunkt in der Woche in der wir die Stunde besprechen, das klappt auch gut. Bei ihm habe ich auch ein gutes Gefühl, vor allem weil ich noch nicht mit 1,5 Stunden Zeit "allein" gelassen wurde, sondern wir uns meistens abwechseln.

Ein anderer Lehrer ist sehr traditionell eingestellt- und ich will mich da auch wirklich drauf einlassen. Aber... es ist glaube ich schon nicht das was zu mir passt. Vorne stehen und Sachen sammeln, an die Tafel schreiben, abschreiben lassen und so. Vor allem: Das ist ja nichtmal einfach! Es ist mühsam und anstrengend und am Ende habe ich dann Zeit übrig. Aber nach den Herbstferien will ich es nochmal versuchen, denn die Klasse find ich auch nett.

Dieser Lehrer findet die Klasse aber unruhig und er meinte ich solle nicht lächeln wenn ich um Ruhe bitte. Mei mei...

Die Ethikklasse läuft überraschend gut- wenn man bedenkt, dass ich da minimale Vorbereitung reinstecke und ich auch nicht wirklich was abspreche. Die Lehrerin meinte ich solle einfach mal schauen was geht. Nun, die Gruppe ist auch sehr klein, das wird nach den Ferien in einer größeren Gruppe sicher nochmal was anderes. Dann gibt es auch ein Thema bei dem ich nicht so viel Hintergrundwissen habe.

Es bleibt jedenfalls spannend! Am tollsten fänd ich, wenn man ein ganzes Schuljahr begleiten dürfte. Das könnten ja auch nur zwei Stunden sein. Aber allein davon würde man vermutlich mehr lernen als von X Vorlesungen. Dafür gibt es aber vermutlich zu wenig Schulen im Uniumkreis. Und dann dafür eine Stunde zu pendeln.... wohl eher nicht.

 

26.10.10 18:41, kommentieren

Der (fehlende) Moderatorenkoffer

Ich habe eigentlich angenommen, dass ein Moderatorenkoffer* etwas ist, dass in der Schule mittlerweile einen festen Platz eingenommen hat. Dem ist wohl nicht so. Nachdem ich den Bedarf an buntem Papier und Stiften äußerte (und Tesafilm), wurde ich an zwei verschiedene Orte geschickt, wie eine Schwerverbrecherin beäugt und aufgeklärt, dass ich die Stifte und das Tesa in jedem Fall sofort wieder mitbringen soll und wofür ich das überhaupt brauche. Danach durfte ich dann fröhlich selber Papier schneiden. Kein Wunder, dass in der Schule selten sowas benutzt wird. Wer möchte schon die kleine Pause damit verbringen Papier zu schneiden?

Nunja, nachdem ich vorsichtig bei der Mentorin anfragte meinte diese, dass 1. kein Geld da wäre, und 2. die Hälfte der Lehrer sowas missbrauchen würden, da diese wohl nichtmal in der Lage sind zu kopieren ohne Massen an Papier zu verschwenden. (Deswegen auch das fehlende Geld)

Die Mentorin meinte auch, dass die wenigsten Schulen für sowas Geld haben. Haha, meine Schule hatte ganz viele von den Koffern- und sie waren hefürchtet unter den SchülerInnen! Wenn sie kamen wussten wir- nun wird gearbeitet. Und zwar richtig, denn anders als manches Gymnasium haben wir Gruppenarbeiten zwar sicherlich auch nicht geliebt, aber waren doch immerhin fähig uns zusammen zufinden und unter Beteiligung aller ein Ergebnis zu finden.

Wirklich schade was für einen negativen Ruf meine alte Schule hat, denn ich denke ein gegenseitiges Austauschen wäre so wichtig für Deutschland. Stattdessen kocht jede Schüle ihr eigenes kleines Süppchen. Aber an eine Schule zu kommen die so grundverschieden ist von meiner alten ist natürlich auch von Vorteil- denn so sehe ich erst was ich hatte und was ich später mal will.

 

Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, ich falle nun ins Bett um morgen wieder um halb 6 raus zu torkeln.

 

 

*Ein tolles Teil- da ist alles drin was man für die moderne Unterrichtstunde braucht. Inovative Sachen wie Folienstifte, Eddings, bunte Papiere in verschiedenen Größen, Farben und Formen, Kleber, Tesa, Schere, Magneten...

2 Kommentare 21.10.10 22:06, kommentieren

Die Zeitplanung

Mir versichern alle möglichen LehrerInnen, dass es auch mit Erfahrung noch schwer ist die Zeit zu schätzen die SchülerInnen brauchen eine Aufgabe zu lösen, bzw. eine Stunde gut zu planen.

Trotzdem muss ich mich über meine Erfahrungen sehr wundern. In Deutsch war bisher jede Stunde zu voll gepackt- das kann man ja gut retten indem man den Teil dann als Hausaufgaben gibt.

Dramatischer wird es in Geschichte- dort passierte es mir, dass ich auf einmal mit noch einer halben Stunde Zeit da stand- ein anderes mal mit immerhin noch 15 Minuten. Ich habe dann an den hinten sitzenden Lehrer weiter gegeben, denn so aus dem Nichts heraus zu improvisieren, das schaffe ich dann doch nicht

Gut klappt es aber in Ethik- 5 Minuten früher darf man ja gehen lassen, vor allem wenn alle so fleißig mitarbeiten.

Und morgen startet in der 6. Klasse die Einheit "Lesen". Ich freue mich schon sehr, denn da habe ich ja diese Miniausbildung zur Vorleserin/Anleiterin zu VorleserInnen. 

Ich bin gespannt wie es morgen läuft- das wären dann 9 Stunden die ich diese Woche gehalten habe. Ein bisschen atemlos fühle ich mich schon. Aber nächste Woche wird ruhiger und dann sind ja auch schon Herbstferien. In der Schulzeit ist die Zeit irgendwie langsamer vergangen. Vor allem die Zeit von den Herbstferien bis Weihnachten- die wollte gar nicht rumgehen.

Und nun gucke ich einmal über die Schuler und schwups ist wieder ein halbes Jahr rum. 

Vielleicht verlangsamt sich die Zeit ja wieder, wenn man Kinder hat. Und wer jetzt gegenteiliges behaupten will, der soll jetzt ruhig sein, lasst mir bitte meine Illusionen. ;-)

 

21.10.10 21:54, kommentieren

Das alte Denken

Das alte Denken, wenn man einmal aufgehört hat, dass es sowieso keinen Sinn mehr macht weiter zu schreiben?

Ich versuche es mal es zu durchbrechen indem ich mal eine kurze Zusammenfassung schreibe- und dann hoffentlich wieder regelmäßig festhalte was ich so denke. :-)

Mittlerweile durfte ich schon 7 Mal selber vor der Klasse stehen und bis jetzt habe ich ein gutes Gefühl dabei. Die Rückmeldungen sind positiv, mit Abstrichen in den Sachen die wohl jeder/r lernen muss. Sachen wie Reagieren auf Antworten die man gar nicht erwartet hat, allgemein hinführen auf Themen... das ist alles schon anspruchsvoller als man denkt, wenn man selber hinten sitzt. Aber es ist ein gutes Gefühl zu spüren wie es etwas sein kann, das ich gerne machen würde- auch für länger.

Besonders Freude hat mir meine erste Ethik-Stunde gemacht. Ich habe einen Text durchgenommen, der mir als Schülerin auch viel bedeutet hat. Der Moment in dem die Schülerinnen und Schüler die Schönheit der Gedanken darin gesehen haben, und sich zugeflüstert haben, dass ein Absatz toll war- da habe ich wieder das unglaubliche Potential von Ethik gesehen.  Was aber noch besser war- ich habe gesehen, dass ich auch die Möglichkeit habe, das zu zeigen!

Das Gegengewicht zu diesen tollen Erfahrungen ist, dass ich mit dem Unileben gerade wieder sehr am hadern bin- aber da ich jetzt noch mehr weiß wozu ich das tue, gibt das doch ein bisschen Motivation einfach das Spiel mitzumachen.

 

4 Kommentare 16.10.10 23:47, kommentieren