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Meine Erlebnisse im Praxissemester
 

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Übersetzt soll das "Die peinliche Sache" heißen. Aber weil man Latein ja nur in eine Richtung lernt und somit selten bis nie selber etwas auf Latein schreibt, kann es natürlich auch gut sein, dass das falsch konstruiert ist.

Was peinlich war? Das ich in eine 10. Klasse ging und mich noch einmal vorstellte, obwohl ich diese in der letzten Woche schonmal besucht habe. 

Bei dem ersten Kichern wurde mir schon etwas unbehaglich zumute, aber als ich mich gesetzt hatte und mir das zugerufen wurde, konnte ich das ja zum Glück einordnen. Ich habe dann einfach gesagt, dass ich leider in zu vielen Klassen war um noch den Überblick zu haben- aber doof war es trotzdem...

Ich werde jetzt wohl doch öfter auf den Stundenplan gucken, ob ich diese Klasse schonmal besucht habe. ;-)

Aber zurück zum Anfang des Tages: Die Lehrerin die ich begleiten sollte war nicht im Lehrerzimmer, also kam ich ein bisschen spät in ihren Unterricht und durfte erst noch kurz erklären wer ich bin.

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass nicht eine einzige Person je auf die ausgehängten Pläne guckt wann wir wo sind- obwohl sie ausdrücklich darum gebeten wurden.

Aber zu meiner These, dass LehrerInnen auch nur große SchülerInnen sind mache ich später einen eigenen Beitrag. Die Indizen häufen sich aber. ;-)

Jedenfalls- als ich in der Klasse war, die ich zum Glück wieder erkannte, gab es ein bisschen Geschichte. Es war eine sehr traditionell aufgebaute Stunde. Zuerst rumgehen und Hausaufgaben angucken: Die Kinder hatten Stammbäume +Berufe ausgefüllt. Eine schöne Idee um auf Themen wie Wandel in Arbeitswelt und dem recherchieren von verschiedenen Quellen zu kommen.

Allerdings finde ich es doch auch problematisch angesichts dessen, dass heute doch in ca. jeder zweiten Familie nicht mehr nur Mutter, Vater, Kind(er) eine Familie sind, sondern vielleicht noch zusätzliche Elternteile, Halbgeschwister, Stiefgeschwister und sonstige kreative Konstelationen sein können.

Da fand ich es dann auch schade, wenn auf halbe Stammbäume negativ reagiert wurde, statt vielleicht erstmal zu fragen, ob es dafür konkrete Gründe, wie abwesende/nicht befragbare Eltern gibt.

Danach wurde gemeinsam ein Arbeitsblatt zur Zeiteinteilung bearbeitet und ein Text gelesen.

Abschließend ein kurzer Abstecher zu Ötzi und Hilfswissenschaften für Geschichte, dafür wurde ebenfalls das Buch benutzt.

Die Lehrerin hat danach noch kurz mit mir gesprochen- das es ja ein Problem wäre die Spannung in den Geschichtsunterricht zu bringen in der 7. Klasse. Das wäre auch immer wieder ein Thema auf Konferenzen. 

Für mich gab es dann zwei Freistunden, in denen ich mich mit Latein befasste.

Die gingen schnell rum und weiter ging es zu Geschichte- zu der schon erwähnten Klasse. 

Hier wurde ich das erste Mal Zeugin von sowas wie Gruppenarbeit, die Hausaufgaben wurden in Kleingruppen besprochen.

Danach wurde der zugrunde liegende Text noch weiter besprochen und am Ende wurde ein kleiner Abstecher zum Kopftuchsteit in der Schule gemacht- anhand einer Karrikatur.

Morgen besuche ich das erste Mal Ethik, da bin ich sehr gespannt. :-)

 

 

2 Kommentare 21.9.10 19:01, kommentieren

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Die zweite Woche

Langsam fühle ich mich etwas veräppelt. Um halb 6 aufzustehen um dann eine (richtige, nicht Schulstunde) Stunde wieder Verwaltungs und Einführungsgerede zu hören... nicht schön.

Es war Geschichte in der 12. JS1 und sie durften auch Zettel beschreiben was sie am Geschichtsunterricht mögen und nicht mögen. Auch hier eher Alibiaktivität, der Lehrer hat natürlich auch als erstes gesagt, dass er die ungeliebten Sachen nicht weglassen kann.

Danach hat er noch ein bisschen improvisiert (meinte er selber) und hat zwei Begriffe aus dem Lehrplan Bildungsplan an die Tafel geschrieben zum Besprechen.

Danach durfte früher gegangen werden und ich bin auf zu Latein- Meine Lehrer schätzen mich auf eine 4, jaa, Latinum ich komme.

1 Kommentar 21.9.10 18:39, kommentieren

Die Philosophie/Ethik-Didaktik

Heute war ich nur zwei Stunden (Deutsch 10. Klasse, verzeihung Einführungsstufe) in der Schule. Ich hätte mir das wohl auch sparen können, die Stunde bestand vor allem daraus Versicherungszettel einzusammeln.

Es wurde noch kurz ein Gedicht vorgetragen und aninterpretiert, dass die SchülerInnen auf den Tag auf hatten. Danach sollte jeder auf drei Zettel schreiben was gut und schlecht ist und öfter gemacht werden soll im Unterricht.

Schade fand ich, dass ich das Gefühl hatte, dass der Lehrer das nicht gemacht hat um was zu ändern, sondern gehofft hatte, dass in der Spalte "was öfter gemacht/geübt werden soll" das kommt was er will. Als Vortragen und Präsentieren fehlte kündigte er das als große Baustelle an. Die negativen Sachen müssen natürlich auch beibehalten werden (Gedichte auswendig lernen und alte Bücher lesen).

Wobei ich mich da schon frage, ob es in der Oberstufe noch nötig ist die Gedichte aus auswendig zu lernen. Vor allem wenn offensichtlich ist, dass das unbeliebt ist. 

Jedenfalls, danach Zug verpasst, lange gewartet und dann auf zur Ethik-Didaktik. Ich bin diesmal sehr zufrieden. Wir haben handfeste Sachen bekommen, viel auch selber gemacht, und auch einiges problematisiert. Ich freue mich auf die zweite/letzte Runde. 

So, jetzt ist der Blog auf dem neusten Stand- und ich freue mich, darüber, denn es zeigt, dass es eine gute Entscheidung war das auf diese Weise zu machen. Wenn ich nicht eine leise Verpflichtung den 10 Leuten gegenüber gefühlt hätte, die hier lesen, hätte ich jetzt schon aufgegeben meine Gedanken zu notieren. ;-)

Den Donnerstag und Freitag lasse ich aus- zum einen wegen Didaktik-Seminarkram und zum anderen, weil ich jetzt nochmal ein bisschen Latein machen muss.

5 Kommentare 16.9.10 14:18, kommentieren

Die sechste Klasse

Heute sollten wir einmal einer Klasse einen Tag folgen. Bei mir war das eine sechste Klasse- eine ziemlich laute sechste Klasse. Nachdem gestern noch erzählt wurde wie toll die Schüler und Schülerinnen in dieser Schule doch sind und sogar ein Vergleich zu meiner alten Schule gezogen wurde... musste ich innerlich doch etwas schmunzeln.

Jedenfalls- Erdkunde: Kaum jemand hatte den Atlas dabei. Begründung der meisten- die wären so schwer. Ich finde das eine sehr gute Begründung, davon abgesehen, dass die meisten Atlanten so groß sind, dass sie nicht in die Schultaschen passen. Da die Kinder momentan noch keine Fächer haben, müssen sie aber alles tragen. Der Lehrer war not amused und nachdem er die "Ausrede" dreimal gehört hatte bat er eine Schülerin ihre Tasche zu leeren, damit er sehen könne, wie viel anderes Zeug da drin war... Das Ende liegt in Tränen, die Schülerin fühlte sich angegriffen, der Lehrer etwas hilflos versucht es gut zu machen.

Der Rest der Stunde verläuft ohne "Zwischenfälle" und ich kann sehen wie wenig ich eigentlich von Deutschland weiß.

Französisch: Ich verstehe kaum kein Wort und mache nebenbei Latein. Die Lehrerin wirkt aber sehr kompetent. ;-)

Englisch: Der Unterricht wird unterbrochen, denn nun gibt es Fächer!

Irgendwo dazwischen Deutsch: Das Nibelungenlied- ich sehe schon, ich muss dringend ein Seminar dazu belegen. ;-) Aber ich war beeindruckt von der Klasse! Die haben so viel von dem Anfang auf Mittelhochdeutsch verstanden, so gut die Geschichte danach gelesen. :-)

Danach waren Konferenzen...

Aufgabe unserer Pädagik-Dozentin war ja gewesen auch auf Einstiege zu achten- da habe ich gesehen: Nenne Städte auf Französisch in denen du Ferien gemacht hast.

Stelle dir vor du würdest Auserirdischen Deutschland in 10 Minuten vorstellen müssen.

Bringe das Verb in die richtige Zeit ein.

Folie mit dem Anfang vom Nibelungenlied. 

16.9.10 14:09, kommentieren

Der erste Schultag

Vermutlich habe ich es mir mit meinen schlechten Befürchtungen selber zuzuschreiben- aber die Bahn hatte es am Montag wirklich geschafft 2o Minuten Verspätung zu haben. Nachdem dann auch noch das Gleis gewechselt wurde und uns verschiedene Züge überholt hatten, ging es ohne weitere Verzögerungen los.

Lustigerweise hatte ich wieder die gleiche Lehrerin getroffen, die mir am Freitag den Weg zeigte. Ich zähle das mal als kosmischen Ausgleich für die Verspätung. Zum Glück war diese nicht dramatisch, weil in der ersten Stunde sowieso nur eine Schulversammlung war. Zudem war ich auch nicht die einzige, eine andere Praktikantin hatte das gleiche Problem.

Nach der Versammlung schlossen wir drei Praktikantinnen und unserer Mentorin an, die in einer Oberstufenklasse die ersten organisatorischen Sachen klärte. Auch hier großes Lachen über die neu "verordneten" Begriffe für die Oberstufe- wegen der G8 Verwirrung.

11./10. Klasse ist nun Einführungsstufe (oder so ähnlich),  11./12. Klasse heißt J1, 12/13. Klasse heißt J2.

Später wurden wir noch durch das Haus geführt, erhielten weitere Informationen und durften eine Schweigeerklärung unterzeichnen. Dieser Blog ist anonym- aber ich habe zur Sicherheit nachgefragt. Da es hier um meine Erfahrungen geht und ich  keine richtigen Namen benutzen werden (im Internet ja sowieso üblich) ist das wohl ok. :-)

Abschließend durften wir noch in eine Doppelstunde reingucken- bei mir Deutsch in einer 7. Klasse. Es wurde eine Kurzgeschichte gelesen: Das Fenstertheater. Mir tut es ein bisschen leid um diese schöne Geschichte, aber meine Schülerinnen und Schüler werden diese vermutlich nie zu lesen bekommen- zumindest nicht von mir. Ich habe diese Geschichte bei drei verschiedenen Lehrenden gehabt und einmal als Klausur- damit hat sie für mich den gleichen Status wie auch "Nachts schlafen die Ratten doch" nur das wir die zum Glück nicht auch noch in einer Klausur hatten.

Diese Lehrerin hat die Geschichte ganz klassisch genutzt um zu gucken wer wie gut lesen kann und danach ein geleitetes Lehrer-Schüler-Gespräch mit ein bisschen Interpretation geführt.

Danach der Heimweg- ich habe einen Zug erwischt der ohne Halt bis zu meiner Haltestelle fuhr- traumhaft schnell!

 

 

16.9.10 13:58, kommentieren

Die erste Konferenz

Ich bin sehr gespannt wie oft ich mich in einem Eintrag über die Deutsche Bahn aufregen werde...

Heute Morgen war ich über die obligatorischen 5 Minuten Verspätung sehr froh, weil ich vergessen hatte, dass ich mir noch eine Fahrkarte kaufen musste.

Heute Abend hingegen... musste ich mich wiedermal fragen, wieso jemand der nicht mehr leben will, noch lauter andere Leute mit reinziehen muss. Und noch mehr musste ich mich fragen, wieso die Bahn es nicht schafft zu sagen, dass sowas passiert und einfach durchzugeben welche Züge deswegen ausfallen. Jedenfalls hätte ich mehr Verständnis für sowas, wenn ich den Grund wüsste. Aber gut- nun zum Tag.

Ich habe auf dem Hinweg eine Frau und einen Mann im Zug gesehen, die so Lehr-Vibes ausgestrahlt haben. Als sie auch an der entsprechenden Haltestelle ausgestiegen sind, habe ich sie gefragt, ob sie zufällig auch Praktikanten in der Schule X wären. Nein- aber Lehrer und Lehrerin. Und die Frau hat sich bedankt, dass ich sie für so jung halte- sie sah aber auch wirklich noch jung aus- so wie sehr viele von den anderen Lehrerinnen und Lehrern. Überhaupt, alle sind so nett und strahlend und machen es einem wunderbar einfach auch einfach zu lächeln.

Die Mentorin ist auch sehr nett und hat uns sogar für die ersten zwei Wochen einen Plan erstellt, danach können wir dann selber gucken wo wir sein wollen.

Die Konferenz war recht lange, aber es war schon (teilweise) spannend zu sehen wie so Sachen besprochen werden. Auch diese Schule hat durch den Doppeljahrgang G8,G9 Raumprobleme, das wird sicher einige Schulen durcheinander bringen.

Nach der Konferenz gab es Kuchen und ich wurde den beiden Ethiklehrerinnen vorgestellt. Die eine meinte gleich, dass ich sicher viel mehr weiß als sie, weil sie ja nur einen Lehrgang besucht hat (die andere auch) und ich das ja studiere... Aber da konnte ich sie ja sehr gut beruhigen, studiere ich doch Philosophie und nicht Ethik und kann eher noch aus meinem Wissen aus der Schule schöpfen, als das mir die Uni in der Hinsicht was gebracht hat.

Schade fand ich, dass der Schulleiter nochmal darauf bestanden hat, dass man den Ethikunterricht nicht wirklich erwähnt, nur bis wann man sich abgemeldet haben muss, vom Religionsunterricht: "Religion ist ja eh die Regel."

Ich bin mir bewusst, dass er sich damit an die Vorschriften hält, trotzdem finde ich, dass Ethik bald zu einem anerkannten Fach werden sollte. Gut das sich dafür einige Religionsmenschen weiter oben einsetzen- zumindest wenn ich da meinen Didaktik-Dozenten richtig verstanden habe.

Ansonsten freue ich mich jetzt wirklich sehr auf das Praxissemester, und auf die Schule. Auch wenn man sich vielleicht überlegen kann, wie gut ich dann auf andere Schulen vorbereitet werde. Ein Lehrer bezeichnete die Schule als "Insel der Glückseeligen" und meinte, wenn hier über Disziplin gejammert wird, dann auf sehr hohem Niveau. Aber erstmal selber ein Bild machen- in zwei Tagen dann.

Ach ja, und fürs Latinum ist das Verständnis da.

 

10.9.10 21:13, kommentieren

Die erste Begeisterung

Heute durfte jede und jeder von uns (20) eine Unterrichtseinführung halten. Jeweils nach 4 Leuten wurde Rückmeldung gegeben. Ich habe jetzt erst einen Blick dafür, wie viel SchülerInnen eigentlich leisten- sich immer wieder neu auf Leute einstellen, die vielen Fächer...

Aber ich habe doch auch gemerkt, dass ich diese Abwechslung auch vermisse. Es war toll mal wieder ein bisschen in Bio und Erdkunde zu schnuppern, Englisch zu hören und ja, ein kleines bisschen haben auch die Mathesachen Spaß gemacht. ;-)

Viele haben sich richtig Gedanken gemacht und tolle Sachen auf die Beine gestellt. Die Restlichen sollten dann jeweils die Klasse spielen, auch im entsprechenden Alter. Das war doch sehr unterhaltsam, sowas müsste eigentlich aufgenommen werden. Wenn Schüler und Schülerinnen sowas mal gucken könnten...

Als ich meiner Schwester von ein paar Sachen erzählt habe, war ihre trockene Entgegnung: Solche Schleimer. 

Soviel also zu den tollen Einführungen- wobei das natürlich auch sehr von der Klassenstufe abhängt.

Leider hat meine Vermutung gestimmt, dass fast alle Geschichtsleute mit einer Karikatur einsteigen. Die Dozentin war dann auch nicht so zufrieden mit den vielen Karikaturen, aber bei mir meinte sie, dass sie trotzdem gerne zugehört hat, weil ich es so fröhlich präsentiert habe. Das tat gut. Leider muss ich wirklich sagen, dass die Zeit vor den Menschen anders empfunden wird als wenn man sitzt. Ich habe viel zu wenig Zeit zum Nachdenken gegeben, dabei habe ich dauernd im Kopf gedacht, dass ich jetzt schon total lange warte. Vielleicht sollte ich mal bei anderen Sekunden zählen, damit ich einen innerlichen Richtwert habe. 

Ansonsten hoffe ich, dass ich Freitag alles gut finde...

8.9.10 21:50, kommentieren